Dogo Argentino

Eigenes Rasseportrait des Dogo Argentino

Dogo Argentino

Der Dogo Argentino ist eine relativ junge Rasse und darum ist auch ihr Ursprung und ihre Geschichte im Vergleich zu vielen anderen Rassen gut bekannt. Er gehört zu den auffälligen, formschönen Rassen, die überall Aufmerksamkeit und Bewunderung erwecken. Dazu hat er ein einmaliges Wesen, und so muss man sich nicht wundern, dass seine Beliebtheit ständig weltweit wächst.

Herkunft und Geschichte

Die Ahnen dieses Hundes sind die von spanischen Einwanderern nach Argentinien mitgebrachten Jagd- und Kriegshunde (daraus entstand der Perro de Pelea Cordobes). Um die erwünschten Eigenschaften, die einen starken und schnellen Hund für die Jagd auf grosse Raubkatzen und Schwarzwild kennzeichnen, genetisch zu festigen, züchtete ein Kreis begeisterter Jäger, um den argentinischen Arzt Dr. A.N. Martinez etwa um 1900 mit der vorgenannten und anderen Rassen, wie etwa Deutsche Dogge, Bullterrier und Pointer (dieser zur Optimierung des Geruchsinns) weiter. Bulldog, Boxer, Mastin de los Pirineos, Irish Wolfhund, Mastiff und Bordeaux Dogge sollen ebenfalls beteiligt gewesen sein. Es erfolgte eine über Jahrzehnte dauernde züchterische Auslese auf die erwünschte Nasenleistung, den Körperbau, die Schmerzunempfindlichkeit, die Ausdauer und die weisse Farbe hin. Letztere soll den Dogo Argentino vom Hintergrund abheben, um ihn bei der Jagd nicht mit dem Wild zu verwechseln
Der Argentinische Kynologische Verband hat den Dogo Argentino als National-Rasse im Jahre 1964, die FCI im Jahre 1973 anerkannt.

Wesen und Verwendung

Die typischen Charaktereigenschaften des DA sind Mut, Selbstbewusstsein, Ausdauer und Schmerzunempfindlichkeit beim Arbeitseinsatz, ausser Dienst ist er dagegen ruhig, tolerant und sehr anhänglich zu seinem Herrn und dessen Familie.
Trotz seines angeborenen Schutztriebes ist der Dogo Argentino ein gut erzogener Hund, auch zu fremden Menschen gutmütig, zu den Kindern sogar zärtlich. Dieser selbstbewusste Hund verlangt von seinem Herrn sehr viel Liebe und verträgt keine Grobheit, bei seiner Erziehung ist sogar eine zu grosse Strenge nicht am Platze. Dass man aber bei einem Hund mit solchen Charaktereigenschaften bei der Erziehung absolut konsequent sein muss, ist selbstverständlich.
Man muss bemerken, dass besonders die Rüden zur Aggression gegen gleichgeschlechtliche Hunde neigen, bei richtiger Erziehung allerdings kann man sie unter Kontrolle halten. Schon beim Welpen darf keine Rauferei mit den Wurfgeschwistern geduldet werden, später gibt man den Welpen und Junghunden die Möglichkeit zu regelmässigen Kontakten mit anderen Hunden, wobei die mögliche Aggressivität konsequent gehemmt werden muss.

Der DA erfordert einen möglichst ständigen Kontakt zu seinem Herrn, er ist kein Hund, den man im Zwinger einsperren kann und dem man sich nur zeitweise widmet. Jedenfalls ist er kein anspruchsloser Hund.
In Europa kommt der jagdliche Einsatz des DA kaum in Frage, dank seiner Vielseitigkeit findet er aber auch hier genug Raum zur Verwendung und zwar als erstklassiger Familien- und Freizeitbegleiter und auch als Begleit-, Schutz-, Fährtenhund sowie für Agility.
Als Jagdhund hat der DA relativ grosse Jagdpassion, deshalb muss man bei Spaziergängen in der freien Natur aufpassen, dass er dem gesehenen Wild nicht nachjagd.

Rassebeschreibung nach FCI

FCI - Standard Nr. 292 / 29. 01. 1999 / D

ARGENTINISCHE DOGGE
(Dogo Argentino)

Nubia test

ÜBERSETZUNG : Dr. J.-M.Paschoud und Frau R.Binder.

URSPRUNG : Argentinien.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-STANDARDES : 29. 01. 1999.

VERWENDUNG : Jagdhund für Grosswild.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Schnauzer und Pinscher, Molosser und
Schweizer Sennenhunde.
Sektion 2.1 Molosser, doggenartige Hunde.
Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Diese Rasse stammt aus der Provinz Cordoba, die sich in den zentralen ländlichen Gebieten der Republik Argentinien befindet. Der Begünder der Rasse ist Dr. Antonio Nores Martinez, ein Arzt aus einer dort alteingesessenen Familie. Seine leidenschaftliche Liebe zu den Hunden, wohl eine Familientradition, führte ihn dazu, im Jahre 1928 in einem Standard die grundlegenden Merkmale einer neuen Hunderasse zusammenzustellen, die er Argentinische Dogge benannte. Er begann zunächst mit systematischen Kreuzungen verschiedener reiner Rassehunde mit dem « alten Kampfhund von Cordoba », einem sehr mächtigen und kräftigen Hund, welcher jedoch in seinem Wesen unausgeglichen und genetisch nicht fixiert war. Er stammte aus einer Kreuzung verschiedener Rassen wie Mastin, Bulldog und Bullterrier. Zu dieser Zeit waren diese Hunde sehr bekannt und bei den begeisterten und fanatischen Liebhabern von Hundekämpfen sehr beliebt; unter ihnen waren alle sozialen Schichten der Gesellschaft vertreten, und ihr Hobby wurde damals als normal angesehen. Dank einer strengen Selektion und einer eingehenden Wesenskontrolle erreichte Dr. Nores Martinez nach mehreren Gene-rationen sein Ziel mit der Bildung einer ersten « Familie » mit stabil vererbbaren Eigenschaften. Zu Beginn wurde dieser Hund von allen als ein Kampfhund angesehen, aber Dr. Nores Martinez, ein begeisterter Jäger, verwendete diesen Hund auf einer seiner herkömmlichen Grosswildjagden, wobei dieser Hund so zweckdienliche Eigenschaften erkennen liess, dass er bald in solchen Jagden zu einer unerlässlichen Hauptfigur wurde. So verwandelte er sich in kurzer Zeit in einen vorzüglichen Jagdhund auf Grosswild. Im Laufe der Jahre machte er eine weitere funktionelle Umgestaltung durch, indem er sich zu einem polyvalenten edlen Gesellschaftshund und zu einem treuen und unbestechlichen Verteidiger seines Meisters entwickelte. Seine Kraft, seine Hartnäckigkeit, sein Geruchsinn und seine Tapferkeit sind unerreicht unter den Meutehunden zur Jagd auf Wildschwein, Nabel- schwein, Puma und andere Schädlinge, die in den weiten und abwechs- lungsreichen Gebieten der argentinischen Republik leben und an Vieh und Ackerbau Schaden anrichten. Seine harmonische Ausgewogenheit und seine vorzügliche, einem Athleten angemessene Muskulatur taugen ideal dazu, lange Wegstrecken unter verschiedenen klimatischen Bedingungen durchzustehen und harte Kämpfe mit den verfolgten Beutentieren auszutragen. Am 21.Mai 1964 wurde er von der Argentinischen Kynologischen Vereinigung als Rasse anerkannt und von da an wird er in den Registern der Sociedad Rural Argentina (Argentinische Agronomische Gesellschaft) eingeschrieben. Später, am 31. Juli 1973, wurde er dank der ungestümen Begeisterung und der unermüdlichen Anstrengungen von Dr. August Nores Martinez, dem Bruder des Begründers der Rasse, der dessen Werk fortsetzt, von der Internationalen Kynologischen Vereinigung (FCI) als erste und einzige argentinische Rasse anerkannt.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : In seiner gesamten Erscheinung normaler Molosser von mittleren Proportionen, im gewünschten Rahmen gross gewachsen ohne riesig zu sein. Er sieht harmonisch und kräftig aus, weil die Umrisse seiner mächtigen Muskulatur durch die feste, elastische und am Körper durch wenig geschmeidiges Bindegewebe fest haftende Haut durchscheinen. Seine Gangart ist ruhig und selbstsicher und seine Reaktionen sind gezielt und rasch; er zeigt immer Freudigkeit in seinen Bewegungen. Sein Charakter ist gemütvoll und liebenswürdig, seine weisse Farbe ist auffällig und seine physischen Eigenschaften stempeln ihn zu einem vollkommenen Athleten.

WICHTIGE PROPORTIONEN : Da dieser Hund mittlere Proportionen aufweist, sind in seiner harmonischen und ausgewogenen Gesamterscheinung keine Besonderheiten augenfällig. Auch der Kopf ist von mittleren Proportionen. Der Fang ist gleich lang wie der Schädel. Die Widerristhöhe und die Höhe an der Kruppe stimmen überein. Die Tiefe der Brust entspricht 50% der Widerristhöhe. Die scapulo-ischiale Länge des Körpers übertrifft die Widerristhöhe um 10%.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Fröhlich, natürlich, anspruchslos, freundlich; er bellt wenig und ist sich immer seiner Kraft bewusst. Er darf keinesfalls aggressiv sein, ein Charakterzug, der streng unter Kontrolle zu halten ist. Seine dominante Veranlagung verstrickt ihn immer wieder in Kämpfe um seinen eigenen Bezirk, besonders mit gleichgeschlechtlichen Hunden, eine Eigenschaft, die insbesondere bei Rüden auffällt. Auf der Jagd ist er schlau und geräuschlos, mutig und kampfgewöhnt.

KOPF : Von mittleren Proportionen, im Aussehen kräftig und schwer, ohne scharfe Kanten oder auffallende Ziselierungen; das Profil ist konkav-konvex : Der Schädel ist wegen der Konturen der Kau- und Nackenmuskulatur konvex, der Nasenrücken ist leicht konkav. Mit dem Hals bildet der Kopf eine starke, geschweifte, muskulöse Einheit.

OBERKOPF :
Schädel : Massiv, längs und quer konvex. Die Jochbeine sind von der Rundung des Schädels gut abgesondert und bilden eine breite Schläfengrube, die eine starke Entwicklung des gleichnamigen Muskels erlaubt. Der Hinterhauptskamm ist infolge der starken Entwicklung der Nackenmuskulatur verwischt. Die zentrale Furche ist am Schädel wenig augenfällig.
Stop : Am Übergang von der Konvexität des Schädels zur leichten Konkavität des Nasenrückens schwach ausgebildet. Von der Seite gesehen wird sein Umriss durch das Relief der Augenbrauenbogen klar umschrieben.

GESICHTSSCHÄDEL : Gleich lang wie der Oberkopf.
Nasenschwamm : Schwarz, mit weiten Nasenlöchern. Er ist gegen vorne leicht angehoben, da er am Ende der leichten Konkavität des Nasenrückens lokalisiert ist. Im Profil gesehen, ist die Vorderseite gerade und senkrecht; sie ist auf der gleichen Linie wie der Vorderrand des Oberkiefers gelegen oder ganz leicht davor.
Fang : Kräftig, etwas länger als hoch, in seiner Breite gut entwicklet mit leicht konvergierenden Seitenflächen. Der Nasenrücken ist leicht konkav, ein fast ausschliesslich bei der Argentinischen Dogge vorkommendes Merkmal.
Lefzen : Mässig dick, kurz und gespannt. Die Ränder sind frei und vorzugsweise schwarz pigmentiert.
Kiefer / Zähne : Kiefer kräftig und gut schliessend, ohne Vor- oder Rückbiss. Die Äste der Kieferknochen konvergieren leicht und gleichmässig. Das Gebiss ist maximal kräftig. Die Zähne sind gross, gut entwickelt, regelmässig angereiht, fest eingesetzt, makellos und frei von Karies. Ein vollständiges Gebiss ist zu empfehlen, aber regelmässig angeordnete Zahnreihen sind von vorrangiger Bedeutung. Zangengebiss, Scherengebiss zulässig.
Wangen : Breit und halb flach, frei von Falten, ohne Wölbungen oder Ziselierungen, von einer dicken Haut bedeckt.
Augen : Dunkelbraun bis haselnussbraun, durch Augenlider mit vorzugsweise schwarzen Rändern geschützt, obschon eine teilweise Depigmentierung derselben nicht als Fehler angerechnet werden darf. Mandelförmig, in mittlerer Höhe eingesetzt und weit auseinander-liegend. Insgesamt soll der Ausdruck aufmerksam und lebhaft sein, aber er kann bei Gelegenheit, speziell bei Rüden, ausgesprochen hart sein.
Ohren : Seitlich hoch und durch den breiten Schädel weit auseinander angesetzt. Wegen der ursprünglichen Verwendung sollen die Ohren kupiert sein und aufrecht stehen; sie sind von dreieckiger Form und von einer Länge, die nicht grösser ist als 50% der Länge des Vorderrandes der Ohrmuschel. Wenn sie nicht kupiert sind, sind sie von mittlerer Länge, breit, dick, flach und an ihrer Spitze abgerundet. Das Haar ist glatt und etwas kürzer als am übrigen Körper; es können an den Ohren kleine Flecken auftreten, welche jedoch nicht strafbar sind. Die unkupierten Ohren werden natürlich hängend getragen und bedecken die hinteren Partien der Wangen. Wenn der Hund aufmerksam ist, können die Ohren halbaufgerichtet sein.

HALS : Von mittlerer Länge, kräftig und erhoben getragen. Die Muskulatur ist gut entwickelt, und die obere Profillinie zeigt eine leichte Konvexität. Seine Form ist die eines abgeschnitten Kegels. Beim Ansatz zum Kopf bildet die Muskulatur eine geschweifte Rundung, die alle knöchernen Unebenheiten dieser Gegend verwischt; seine breite Basis verschmilzt sich mit dem Thorax. Er ist von einer elastischen und dickeren Haut bedeckt, die frei über das subkutane Bindegewebe gleiten kann, da dieses lockerer ist als am übrigen Körper; an der Kehle zeigt er delikate Falten, welche nicht vorfallen; dieses Merkmal ist grundlegend wichtig für die Funktionstüchtigkeit des Tieres. Das Haar ist in diesem Bereich etwas länger.

KÖRPER : Die Länge des Körpers (vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessen) übertrifft etwa um 10% die Widerristhöhe.
Obere Profillinie : Eben; der Widerrist und die Hüfthöcker liegen auf gleicher Höhe und sind die am höchsten vorspringenden Punkten.
Widerrist : Breit und hoch.
Rücken : Breit und kräftig, mit stark entwickelter Muskulatur, was eine leicht abfallende Linie Lendengegend hin bedingt.
Lenden : Kräftig; durch die stark entwickelte Lendenmuskulatur, welche längs der Wirbelsäule eine mittlere Furche andeutet, sind die Konturen verwischt. Die Lenden sind etwas kürzer als der Rücken und steigen bis zum Kamm der Kruppe leicht an. Die Gesamtentwicklung der Muskulatur im Verlauf der ganzen oberen Linie verleiht den Hunden ein leicht eingefallenes Profil, was den Tatsachen aber nicht entspricht, obschon dieses Phaenomen bei erwachsenen Hunden wegen der sehr starken Entwicklung der Rückenmuskulatur noch stärker zutagetritt.
Kruppe : Von mittlerer Länge, breit, mit gut entwickelter Muskulatur, welche sowohl den Kamm des Ilions wie den Fortsatz des Ischions fast vollständig verschleiert. Sie ist gleich oder etwas weniger breit als die Brust. Die Kruppe ist ungefähr um 30° unter der Horizontalen schräg gestellt, wodurch ihre obere Linie bis zum Rutenansatz leicht abfällt.
Brust : Breit und tief. Der Brustbeinfortsatz befindet sich auf gleicher Höhe wie die Schulterspitze (Buggelenk), und die untere Linie des Thorax liegt auf der Höhe der Ellenbogen. Der Thorax ist geräumig, um eine möglichst grosse Atmungskapazität zu gewähren; die Rippen sind lang und mässig gewölbt; sie verbinden sich mit dem Brustbein auf der Linie der Ellenbogen.
Untere Profillinie und Bauch : Etwas über die untere Linie des Thorax aufgezogen, aber niemals windhundartig; kräftig, Flanken und Bauch mit gleich gutem Muskeltonus.

RUTE : Mittelhoch angesetzt, mit der oberen Linie einen Winkel von 45° bildend. Säbelförmig, dick und lang, bis zu den Sprunggelenken aber nicht weiter reichend. In der Ruhe wird die Rute natürlich hängend, in der Aktion mit einer stetigen seitlichen Bewegung etwas über der Oberlinie, im Trab auf Höhe der Oberlinie oder etwas höher getragen.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND : Insgesamt bildet sie eine zur Grösse des Tieres passende kräftige und stämmige knöchern-muskulöse Entität. Von vorne wie von der Seite gesehen stehen die Läufe senkrecht.
Schultern : Die Schulterblätter sind hoch und gut proportioniert, sehr kräftig, mit grossen, sich abzeichnenden aber nicht übertrieben ausgebildeten Muskelmassen. Sie sind in einem Winkel von 45° zur Horizontalen schräg gestellt.
Oberarm : Von mittlerer Länge und zum Ganzen passend. Kräftig und beträchtlich bemuskelt; er liegt in einem Winkel von 45° zur Horizontalen.
Ellenbogen : Robust, von einer etwas dickeren und elastischen Haut bedeckt, ohne Falten oder Runzeln. Sie sind natürlich gegen die Rippenwand angelegt und scheinen mit ihr zusammenzuhalten.
Unterarm : Gleich lang wie der Oberarm und senkrecht gestellt. Knochen stämmig und gerade, mit gut entwickelter Muskulatur.
Vorderfuwurzelgelenk : Breit, in Verlängerung der Linie des Unterarms, ohne knöcherne Auswüchse oder Hautfalten.
Vordermittelfu : Etwas flach, von guter Knochensubstanz, mit der Horizontalen einen Winkel von 70-75° bildend.
Vorderpfoten : Rund, mit kurzen, kräftigen und enganeinanderliegenden Zehen. Die Fussballen sind fleischig und hart, von einer dicken, beim Anfassen rauhen Haut bedeckt.

HINTERHAND : Mit mittleren Winkelungen. Insgesamt betrachtet ist sie kräftig, stämmig und parallel; sie gibt einen Eindruck von Kraft und Leistung, was ihre Funktion durchaus verlangt, indem sie für einen ausreichenden Schub verantwortlich ist und die typische Gangart bestimmt.
Oberschenkel : Von einer zum Ganzen passenden Länge; kräftig mit sichtbar sehr stark entwickelter Muskulatur. Der Hüftgelenkswinkel beträgt ungefähr 100°.
Knie : In der gleichen Achse wie das ganze Glied; der femoro- tibiale Winkel beträgt ungefähr 110°.
Unterschenkel : Leicht kürzer als der Oberschenkel, kräftig; er führt die ausgezeichnet entwickelte Muskulatur weiter.
Sprunggelenk und Hintermittelfu : Insgesamt sind Sprunggelenk und Hintermittelfuss kurz, kräftig und stämmig; sie garantieren die Schub- kraft der Hinterhand. Die Hinterfusswurzel ist kräftig und der Sprunggelenkshöcker ist sichtbar. Das Sprunggelenk bildet einen Winkel von circa 140°. Der Hintermittelfuss ist stämmig, fast zylindrisch und steht in einem Winkel von 90° zur Horizontalen. Wenn die unterentwickelte erste Zehe (Afterkralle) vorhanden ist, muss sie entfernt werden.
Hinterpfoten : Wie die Vorderpfoten; wenn sie auch etwas kleiner und breiter sind, weisen sie die gleichen Merkmale auf.

GANGWERK : Flink und bestimmt. Sobald die Aufmerksamkeit des Hundes geweckt ist, ändert sich die Gangart erheblich und wird mit raschen Reflexen erhaben, was für die Rasse typisch ist. Der Schritt ist langsam und ruhig. Der Trab ist langgestreckt, mit guter Reichweite der Vorderhand und starkem Schub aus der Hinterhand. Im Galopp entfaltet der Hund seine ganze Energie und alle seine Kräfte. Die Spur der Pfoten ist einfach und parallel. Passgang wird als schwerer Fehler angesehen und ist nicht zulässig.

HAUT : Einheitlich eher etwas dick, jedoch weich und elastisch. Gut am Körper haftend, gleitet sie wegen des halbschlaffen Bindegewebes leicht auf ihrer Unterlage; sie bildet keine wesentlichen Falten, ausser in der Gegend des Halses, wo das Unterhautbindegewebe besonders schlaff ist. Die Haut ist möglichst wenig pigmentiert, obschon die Pigmentation mit dem Alter zunimmt. Eine übermässig pigmentierte Haut ist nicht zulässig. Vorzugsweise sollen die Ränder der Mundschleimhaut und der Konjunctiva schwarz pigmentiert sein.

HAARKLEID

HAAR : Einheitlich kurz, glatt, weich beim Anfassen und ungefähr 1,5 bis 2cm lang. Das Haar ist unter verschiedenen klimatischen Bedingungen unterschiedlich dick und dicht. Unter tropischen Bedingungen ist es weniger dicht und dünner, so dass die pigmentierten Stellen der Haut durchscheinen, was jedoch zu keiner Bestrafung Anlass geben sollte. In einem kalten Klima ist das Haar dichter und dicker und es kann zur Bildung von Unterwolle kommen.

FARBE : Reinweiss. Um das Auge herum ist ein Farbfleck von schwarzer oder dunkler Farbe zulässig; dieser darf nicht mehr als 10% der Fläche des Kopfes einnehmen. Bei gleichwertigen Exemplaren soll der Richter immer zugunsten desjenigen Hundes entscheiden, der am reinsten weiss ist.

GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe : Bei Rüden : 62 bis 68 cm,
Bei Hündinnen : 60 bis 65 cm.

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

SCHWERE FEHLER :
Ungenügende Entwicklung von Muskeln und Knochen (Schwächlichkeit).
Nasenschwamm wenig pigmentiert.
Hängelefzen.
Kleine, schwach entwickelte oder von Karies befallene Zähne. Unvollständiges Gebiss.
Allzu helle Augen. Entropium oder Ektropium.
Fassförmiger Thorax; kielförmige Brust.
Flache Rippen.
Übertriebene Winkelungen der Hinterhand.
Hintermittelfuss zu lang.
Atypische Gangarten.
Übertriebene Pigmentierung der Haut bei Junghunden.
Vorliegen kleiner Zonen mit farbigem Haar.
Nervös unausgeglichenes Temperament.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
Vollständig depigmentierter Nasenschwamm.
Vor- oder Rückbiss.
Blaue Augen oder Augen verschiedener Farbe.
Taubheit.
Langes Haar.
Farbflecken im Körperhaar. Mehr als ein farbiger Flecken am Kopf.
Grösse unter 60 cm oder über 68 cm.
Aggressivität.

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

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